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Taschkent: Hauptstadt zwischen Basar und Metro

Von Martin SundZuletzt aktualisiert am
Der Chorsu-Basar in Taschkent
Der Chorsu-Basar in Taschkent · Foto: Adam Harangozó, CC BY-SA 4.0 · Nachweis

Taschkent ist der Ort, an dem fast jede Usbekistan-Reise beginnt, und die meisten bleiben nur einen Tag. Das ist etwas kurz. Die Hauptstadt hat gut drei Millionen Einwohner (Stand 2024), ist die größte Stadt Zentralasiens, und sie sieht anders aus als Samarkand und Buchara: breite Alleen, Parks, sowjetische Monumentalbauten und dazwischen Reste einer Altstadt aus Lehm. Der Grund ist das Erdbeben vom 26. April 1966, das große Teile der Stadt zerstörte; der Wiederaufbau folgte den Plänen der Sowjetunion, und bis 1970 stand die neue Stadt.

Chorsu und die Altstadt

Der Chorsu-Basar ist der größte Markt der Stadt und der beste Einstieg. Unter einer türkisfarbenen Betonkuppel aus den Achtzigern liegen Fleisch, Käse, Gewürze und getrocknete Früchte, draußen Brot, Obst und Gemüse, und an den Ständen dahinter gibt es Plow, Lagman und Samsa für ein paar tausend Som. Die Metrostation heißt genauso, man kann ihn also nicht verfehlen. Gleich daneben steht die Kukeldasch-Medrese aus dem 16. Jahrhundert, und dahinter beginnen die Gassen der Altstadt, in denen Taschkent noch aussieht wie vor dem Erdbeben.

Ein paar Minuten nördlich liegt der Hazrati-Imam-Komplex, das religiöse Zentrum der Stadt mit Moscheen, Medresen und einer Bibliothek, in der der Usman-Koran liegt: eine Handschrift aus dem 8. oder 9. Jahrhundert, die als eines der ältesten erhaltenen Koranexemplare gilt und angeblich mit dem Blut des dritten Kalifen befleckt ist. Man sieht sie in einer Vitrine, fotografieren ist verboten.

Die Metro

Taschkent bekam 1977 als erste Stadt Zentralasiens eine Metro, heute mit fünf Linien und über vierzig Stationen, und die alten Stationen sind Paläste: Kosmonavtlar mit blauen Medaillons der sowjetischen Raumfahrer, Alisher Navoiy mit Kuppeln und Kacheln, Paxtakor mit Baumwollmosaiken. Bis 2018 war das Fotografieren verboten, seither kann man in Ruhe schauen. Eine Fahrt kostet 3.000 Som (Stand 2025), man bezahlt am Schalter oder mit Karte am Drehkreuz, und mit der Metro erreicht man fast alles, was man sehen will.

Der Rest der Stadt

Am Amir-Timur-Platz steht der Reiter, der überall im Land steht, gegenüber das Hotel Uzbekistan, ein Betonfächer aus den Siebzigern, den man entweder liebt oder nicht. Das Museum der Timuriden daneben erzählt die Dynastie, das Staatliche Museum für angewandte Kunst zeigt Suzani-Stickerei und Keramik in einem Kaufmannshaus mit bemalten Decken. Wer hoch hinaus will, fährt auf den Fernsehturm, mit 375 Metern der höchste in Zentralasien.

Und man sollte einmal richtig Plow essen, im Besh Qozon nahe dem Fernsehturm, wo mittags in Kesseln von Wagenradgröße für Hunderte gekocht wird. Plow ist das Nationalgericht, Reis mit Karotten, Fleisch und Kichererbsen, und in Taschkent wird er gelb gekocht, anders als in Samarkand oder Buchara.

Ankommen und weiter

Der Flughafen liegt im Süden, eine Viertelstunde von der Mitte; man nimmt ein Taxi über die App Yandex Go und lässt sich nicht auf die Fahrer vor der Halle ein, die das Zehnfache verlangen. Die Registrierung, die für alle Ausländer Pflicht ist, erledigt das Hotel beim Einchecken, dazu mehr bei Einreise und Visum.

Vom Bahnhof Taschkent fährt der Schnellzug Afrosiyob in gut zwei Stunden nach Samarkand und in knapp vier nach Buchara. Wer zwei Tage hat, sieht am ersten die Altstadt mit Chorsu und Hazrati Imam und am zweiten die Metro, die Museen und den Plow, und fährt am Abend weiter. Wie sich das in eine Route fügt, steht bei der Rundreise in zwei Wochen.

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