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Buchara: die Altstadt rund um das Kalon-Minarett

Von Martin SundZuletzt aktualisiert am
Poi Kalon in Buchara
Poi Kalon in Buchara · Foto: Fulvio Spada from Torino, Italy, CC BY-SA 2.0 · Nachweis

Wo Samarkand mit einzelnen großen Bauwerken beeindruckt, ist Buchara eine ganze Stadt geblieben. Die Altstadt mit ihren Lehmhäusern, überdachten Basaren und rund 140 erhaltenen Baudenkmälern ist seit 1993 Welterbe, und man kann sie in zwei Tagen zu Fuß ablaufen, ohne einmal ein Taxi zu brauchen. Buchara war über Jahrhunderte ein Zentrum islamischer Gelehrsamkeit, im 10. Jahrhundert Hauptstadt der Samaniden, später Sitz eines Emirats, das erst 1920 endete. Heute leben hier rund 280.000 Menschen (Stand 2020).

Poi Kalon

Das Kalon-Minarett von 1127 ist das Wahrzeichen der Stadt, fast 46 Meter hoch, aus gebrannten Ziegeln in wechselnden Mustern gemauert und so solide, dass Dschingis Khan es 1220 angeblich stehen ließ, als er den Rest der Stadt niederbrannte. Am Fuß liegen sich die Kalon-Moschee aus dem 15. Jahrhundert, die für zehntausend Betende gebaut wurde, und die Mir-i-Arab-Medrese von 1536 gegenüber. Die Medrese ist bis heute eine Koranschule und für Besucher nur vom Portal aus zu sehen. Der Platz dazwischen ist abends, wenn die Kuppeln angestrahlt sind, der schönste Ort der Stadt.

Die Ark und das Samaniden-Mausoleum

Die Ark ist die Zitadelle der Emire, ein Lehmhügel mit Mauern, aus dem 18. Jahrhundert in der heutigen Form, aber seit anderthalb Jahrtausenden als Herrschersitz in Gebrauch. Innen stehen Thronsaal, Moschee und mehrere kleine Museen; wer die Rampe hinaufgeht, sollte sich den Blick von der Mauer über den Registan-Platz von Buchara nicht entgehen lassen. Vor der Ark liegt die Bolo-Hauz-Moschee aus dem 18. Jahrhundert mit ihren zwanzig geschnitzten Holzsäulen, die sich im Wasserbecken davor spiegeln.

Ein paar Minuten weiter westlich, in einem Park, steht das Ismail-Samani-Mausoleum, gebaut vor 907 und damit das älteste erhaltene Bauwerk Zentralasiens. Es ist nur zehn Meter hoch, aber sein Ziegelmuster wechselt mit dem Sonnenstand, und es hat die Mongolen überstanden, weil es damals bis zur Kuppel im Flugsand steckte.

Ljabi Hauz und die Basare

Ljabi Hauz ist der Platz um einen Teich aus dem 17. Jahrhundert, eingerahmt von der Kukeldasch-Medrese von 1568, der Nodir-Devonbegi-Medrese von 1622 und einem Sufi-Konvent. Unter den alten Maulbeerbäumen stehen Teehäuser, hier trifft sich die halbe Stadt am Abend, und die Statue des Hodscha Nasreddin auf seinem Esel ist das meistfotografierte Motiv Bucharas. Von hier führen die drei überkuppelten Basare aus dem 16. Jahrhundert Richtung Poi Kalon, einst nach Gewerken getrennt für Geldwechsler, Hutmacher und Juweliere, heute voller Teppiche, Seide und Messingschmiede.

Etwas abseits, hinter Wohnhäusern versteckt, steht der Tschor Minor von 1807, ein Torhaus mit vier kleinen Türmen, das nach der Zerstörung seiner Medrese allein übrig blieb. Wer noch einen halben Tag hat, fährt zum Sommerpalast Sitorai Mohi Hosa vor der Stadt, in dem der letzte Emir russische Salons mit usbekischen Kacheln mischte, oder zur Nekropole Tschor Bakr fünf Kilometer außerhalb.

Anreise und Aufenthalt

Der Schnellzug Afrosiyob braucht von Taschkent knapp vier Stunden, von Samarkand anderthalb. Der Bahnhof liegt allerdings in Kagan, zehn Kilometer südöstlich, ein Taxi in die Altstadt kostet umgerechnet zwei bis drei Euro. Nach Chiwa sind es noch einmal 450 Kilometer durch die Wüste, entweder mit dem Zug nach Urgentsch oder mit dem Sammeltaxi in sechs bis sieben Stunden.

Man wohnt am besten in der Altstadt selbst, viele Gästehäuser sind umgebaute Kaufmannshöfe mit Innenhof. Zwei Tage sind das Minimum, drei sind entspannter. Und man sollte im Sommer nicht kommen, Buchara liegt am Rand der Kysylkum, und im Juli sind 40 Grad normal.

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