Samarkand: die Stadt Timurs am Registan

Samarkand ist die Stadt, wegen der die meisten überhaupt nach Usbekistan fahren. Sie liegt auf gut 700 Metern Höhe im Tal des Serafschan, rund 300 Kilometer südwestlich von Taschkent, und hat heute knapp 600.000 Einwohner (Stand 2025). Besiedelt ist der Ort seit etwa 2.700 Jahren, er war Station der Seidenstraße, wurde von Alexander dem Großen erobert und von den Mongolen zerstört, und seine große Zeit begann 1369, als Timur die Stadt zur Hauptstadt seines Reiches machte. Was man heute besichtigt, stammt fast vollständig aus dieser timuridischen Epoche und den zwei Jahrhunderten danach. Seit 2001 steht die Altstadt auf der Welterbeliste der UNESCO.
Der Registan
Der Registan ist der Platz, den jeder von den Bildern kennt: drei Medresen um einen offenen Platz, die Fassaden über und über mit blauen und türkisfarbenen Kacheln bedeckt. Die älteste ist die Ulugbek-Medrese im Westen, gebaut zwischen 1417 und 1420 von Timurs Enkel, der selbst Astronom war und hier Mathematik lehren ließ. Gegenüber steht die Sher-Dor-Medrese von 1619 bis 1636, an deren Portal zwei Löwen mit Sonnengesichtern eine Gazelle jagen, eine Darstellung, die dem islamischen Bilderverbot zum Trotz angebracht wurde. Die Tilla-Kori-Medrese von 1646 bis 1660 schließt den Platz nach Norden, ihre Moschee im Inneren ist innen komplett vergoldet, daher der Name.
Man kommt am besten zweimal: am frühen Morgen, wenn die Reisegruppen noch beim Frühstück sind, und am Abend, wenn der Platz beleuchtet ist. Die Innenhöfe sind heute voller Souvenirläden, das stört den Eindruck weniger, als man denkt, weil die Höfe ohnehin als Läden und Werkstätten gedacht waren.
Gur-Emir und Bibi-Chanum
Das Gur-Emir-Mausoleum von 1403 ist Timurs Grab, unter der gerippten blauen Kuppel liegt er zusammen mit seinen Söhnen, seinem Enkel Ulugbek und seinem Lehrer. Die dunkelgrüne Nephritplatte in der Mitte deckt Timurs Grab, das eigentliche Grab liegt in der Krypta darunter. Der Bau ist kleiner, als man erwartet, und gerade deshalb eindrucksvoll.
Die Bibi-Chanum-Moschee ließ Timur nach seinem Indienfeldzug zu Beginn des 15. Jahrhunderts bauen, als größte Moschee des Orients. Sie war zu groß für ihre Bautechnik: Schon zu Timurs Lebzeiten fielen Steine aus dem Gewölbe, und bis zur Restaurierung in sowjetischer Zeit war sie eine Ruine. Direkt daneben liegt der Siyob-Basar, der große Markt der Stadt, mit Brot, getrockneten Früchten und Nüssen, der beste Ort für ein Frühstück.
Schah-i-Sinda und das Observatorium
Schah-i-Sinda ist eine Straße aus Mausoleen am Hang des Afrasiab-Hügels, angelegt vom 11. bis zum 19. Jahrhundert um das angebliche Grab eines Cousins des Propheten. Die Kacheln hier sind feiner als am Registan, weil die Grabbauten kleiner sind und näher betrachtet werden. Als Pilgerort ist die Anlage bis heute in Gebrauch, man geht deshalb leise und angemessen gekleidet.
Vom Ulugbek-Observatorium von 1428 ist der unterirdische Teil eines riesigen Sextanten erhalten, mit dem Ulugbek die Länge des Jahres auf wenige Sekunden genau bestimmte. Das kleine Museum daneben erklärt, warum das damals eine Sensation war. Der Afrasiab-Hügel selbst, die Stadt vor der Mongolenzerstörung, ist ein Ausgrabungsfeld mit einem Museum, in dem die Wandmalereien aus dem 7. Jahrhundert stehen.
Anreise und Aufenthalt
Von Taschkent fährt der Schnellzug Afrosiyob in gut zwei Stunden nach Samarkand, mehrmals täglich; nach Buchara sind es noch anderthalb Stunden. Tickets gibt es beim Bahnbetreiber railway.uz, und man sollte sie einige Wochen vorher kaufen, denn in der Saison sind die Züge voll. Vom Bahnhof in die Altstadt braucht ein Taxi über die App Yandex Go eine Viertelstunde.
Zwei volle Tage reichen für die großen Bauwerke, wer auch Afrasiab, das Observatorium und den Markt sehen will, nimmt drei. Die Eintritte liegen je Anlage bei umgerechnet zwei bis vier Euro, bezahlt wird in Som, und Karten nimmt längst nicht jede Kasse. Wann man kommt, entscheidet über den Eindruck: April und Mai oder September und Oktober, dazu mehr auf der Seite zur besten Reisezeit.
Buchara
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Einreise und Visum für Usbekistan