Nanjing
Nanjing ist eine Millionenstadt im Deltagebiet des Jangtsekiang im Osten Chinas und die Hauptstadt der Provinz Jiangsu. Beim Zensus 2020 wurden im Stadtgebiet von Nanjing 9,3 Millionen Einwohner gezählt, Ende 2023 waren es nach Angaben des städtischen Statistikamts rund 9,5 Millionen. Damit gehört Nanjing neben Shanghai, Suzhou und Hangzhou zu den größten Städten Ostchinas.

Das Gebiet der Stadt erstreckt sich auf beide Seiten des Jangtsekiang, wobei der Stadtkern auf der rechten Flussseite liegt.
Der Jangtsekiang ist in diesem Gebiet so breit, dass die beiden Teile der Stadt über Jahrzehnte mit nur einer einzigen Brücke verbunden waren. Heute überspannen sechs Brücken den Strom, dazu kommen mehrere Straßen- und U-Bahn-Tunnel unter dem Fluss. Vom Bahnhof Nanjing Süd erreicht man mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shanghai in gut einer Stunde, und die 2005 eröffnete Metro Nanjing ist Ende 2025 auf 13 Linien mit mehr als 500 Kilometern Streckenlänge angewachsen und verbindet auch beide Flussufer.
Tempel des Konfuzius (© Umjb – Fotolia.com)
Nanjing ist eine der ältesten Städte Chinas und blickt auf eine bedeutende Geschichte zurück. Bereits 229 n. Chr. war die Stadt erstmals Hauptstadt von China. In der Ming-Dynastie erlebte die Stadt ihre Blütezeit.
Bevor der erste Ming Kaiser seinen Sitz nach Peking verlegte, wurde Nanjing im 14. Jahrhundert zur Hauptstadt ausgebaut. Die damalige Einwohnerzahl wird auf 500.000 geschätzt. Aus dieser Zeit stammt auch die alte Stadtmauer, die heute noch sehr gut erhalten ist. Nanjing kam durch den Handel und vor allem durch die Textilindustrie zum Wohlstand.
Auch der Schiffbau und das Druckereiwesen trugen dazu bei. Nach dem der Kaiser 1421 seinen Sitz in der Verbotene Stadt in Peking verlegt hatte, erhielt Nanjing ihren heutigen Namen, der übersetzt „südliche Hauptstadt“ bedeutet. Nach Abdankung des letzten chinesischen Kaisers stieg Nanjing unter Führung von Sun Yat-sen wieder zur Hauptstadt Chinas auf.
In dieser Zeit erlebte die Stadt eine weitere Blütezeit. Wohlhabende Schichten sorgten für einen Anstieg der Konjunktur und des Konsums. Nach der Machtergreifung der Kommunisten wurde die Hauptstadt wieder nach Peking verlegt und Nanjing erhielt den Status einer Provinzhauptstadt, die noch immer den Charme einer großen, geschichtlich wichtigen Hauptstadt besitzt.

Sehenswürdigkeiten in Nanjing
Noch heute zeugen viel historische Bauten aus der Ming-Dynastie vom ehemaligen Glanz der Stadt.
Das bekannteste Bauwerk ist die fast erhaltene alte Stadtmauer, die den Stadtkern umringt. Von ihren ursprünglich gut 35 km stehen heute noch rund 25 km, damit ist sie die längste erhaltene Stadtmauer der Welt und sehr sehenswert. Diese Mauer ist an manchen Stellen begehbar und bietet einen schönen Ausblick auf die Stadt und deren Umgebung, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Sehenswert sind auch die östlich gelegenen Purpurberge.
Hier befinden sich das gewaltige aus weißem Marmor gebaute Mausoleum von Sun Yat-sen und die Grabstätte des chinesischen Kaisers Hongwu, das Ming-Xiaoling-Mausoleum, seit 2003 UNESCO-Weltkulturerbe, das einen Besuch in jedem Fall wert ist.
Im Nordwesten der Stadt verbindet die Yangzi-Brücke von 1968 beide Teile der Stadt. Mit einer Länge von 6.772 Metern war sie bei ihrer Eröffnung die längste Brücke Chinas und die erste Brücke über den Jangtse, die China ohne ausländische Hilfe entworfen und gebaut hat. Längere Brücken gibt es inzwischen viele, doch als Nationalsymbol übt sie bis heute eine große Faszination auf Reisende aus, die diese Brücke unbedingt einmal in Augenschein nehmen möchten.
Geschichtlich Interessierte findet hier ein umfassendes Maß an traditionellen Hintergründen und wichtiger, chinesischer Kultur, mit der man sich grundsätzlich einmal auseinandersetzen sollte. Verschiedene Ecken Chinas bieten sehr unterschiedliche Faszinationen und eine Vielseitigkeit, die man nur selten in einem Land vereint finden kann.
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